Capacity Building Program

Ein Projekt, das zum Weitertragen inspiriert

Gemeinschaft und Verantwortung für die nächste Generation stehen im Zentrum unserer Stipendienprogramme

Durch die Kooperation mit einer lokalen Partnerorganisation konnten wir ein Stipendienkonzept entwickeln, das sich nach einer einmaligen Spende zu Beginn für zahlreiche Generationen selbstständig weiterträgt und so, unabhängig vom sozialen Stand, Weiterbildung und Professionalisierung möglich macht. Das Capacity Building Program wird seit 2015 am Magbenteh Community Hospital in Sierra Leone umgesetzt. Mit einer initialen Spende haben wir einen krankenhausinternen Bildungsfond eingerichtet, der die Ausbildung einer ersten Generation von professionellen Fachkräften finanziert. Nach dem Abschluss der Ausbildungen wird ein Teil des zukünftigen Gehaltes in den Fond zurückgezahlt und kommt der darauffolgenden Generation von Stipendiat*innen zugute. Dadurch trägt sich das Programm nach den ersten Abschlüssen von selbst und führt zur Professionalisierung einer unentbehrlichen Gesundheitseinrichtung in der Region, dem Magbenteh Community Hospital.

Aufgrund der guten Erfahrungen und der hohen Nachfrage haben wir das Projekt mit unserem neuen Partner, der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, 2019 vergrößert und neu aufgelegt. Im Capacity Building Program 2.0 haben 18 weitere Stipendiat*innen die Möglichkeit, an unserer Partnerklinik zu lernen und Fachberufe im akademischen Gesundheitsbereich zu ergreifen.

In unserem Programm werden motivierte und vielversprechende Bewerber*innen ausgewählt und in verschiedenen, dringend gebrauchten Fachrichtungen aus- und weitergebildet. Darunter staatlich geprüfte Krankenschwestern, Hebammen, Bachelor- und Masterstudiengänge in Public Health, Medizinassistenz und Labortechnik. Für das Krankenhaus ist dies ein unverzichtbarer Zuwachs an Ressourcen und Professionalität, von dem die gesamte Region profitiert, denn kaum irgendwo ist die medizinische Versorgung schlechter. Entsprechend muss Sierra Leone mit der weltweit höchsten Müttersterblichkeit und auch einer der höchsten Kindersterblichkeiten aufwarten. In unserem Pilot-Projekt konnten maximal zehn Stipendiat*innen gleichzeitig an dem Programm teilnehmen. Dank der Unterstützung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung sind es darüber hinaus in der Neuauflage, Capacity Building Program 2.0, noch einmal fast doppelt so viele. Damit ist der Fortbestand des hausinternen Bildungsfonds und die Aus- und Weiterbildung weiterer, dringend benötigter Fachleute im Sierra Leonischen Gesundheitswesen gesichert. Wir freuen uns zu sehen, wie eigenverantwortlich ein Verbund von professionellen Fachkräften mit Bewusstsein für die Gemeinschaft entsteht. Beim Capacity Building Program 2.0 verpflichten sich die Teilnehmenden nach ihrer Aus- oder Weiterbildung weiter in Sierra Leone zu arbeiten. Ein Teil des nach dem erworbenen Abschluss höheren Gehaltes wird, angelehnt an das Konzept des Umgekehrten Generationenvertrages der Universität Witten/Herdecke, für einen vereinbarten Zeitraum zurück in den Bildungsfonds des Programms gezahlt, um daraus die nächste Generation zu finanzieren.

Einige der Programmteilnehmer aus dem Magbenteh Community Hospital

Das Magbenteh Community Hospital ist ein in der Stadt Makeni fest verwurzeltes Krankenhaus und essentieller Teil der Gesundheitsversorgung der Region. Von Malaria- Behandlung über chirurgische Eingriffe bis hin zu Geburtshilfe und akuter Kinderversorgung sind dort fast alle Bereiche abgedeckt. Wer ärztliche Hilfe benötigt, sich jedoch keine Krankenversorgung leisten kann, wird oft umsonst behandelt. Kinder unter fünf Jahren werden grundsätzlich kostenfrei versorgt. In Sierra Leone werden häufig Aushilfskräfte für die Versorgung und den Betrieb eingestellt, weil ein umfassender Fachkräftemangel herrscht und kaum finanzielle Mittel zur Weiterbildung, geschweige denn private Möglichkeiten zur Finanzierung der Ausbildung vorhanden sind. Das Capacity Building Program 2.0 richtet sich daher an Mitarbeiter mit niedrigem Ausbildungsstand, aber auch an bereits höher qualifiziertes Personal, um deren Expertise und akademischen Grad zu erhöhen und die Patientenversorgung damit zu verbessern.

Bei dem Capacity Building Program verpflichten sich die Teilnehmenden als Angestellte der Institution, nach ihrer Aus- oder Weiterbildung weiter bei der Institution zu arbeiten. Das nach Abschluss vereinbarte Gehalt wird für zehn Jahre zu 10%  zurück in den Bildungsfonds des Programms gezahlt, um daraus das nächste Stipendium zu finanzieren. Angelehnt an das Konzept des Umgekehrten Generationenvertrages der Universität Witten konnten wir durch den Rückzahlungsplan an eine einzelne Institution mehr Stabilität in das Konzept bringen. Unser erste Kooperation mit dem Magbenteh Community Hospital in Makeni in Sierra Leone, ist ein in der Stadt fest verwurzeltes Krankenhaus und essentieller Teil der Gesundheitsversorgung der Region. Von Malaria-Behandlung über chirurgische Eingriffe bis hin zu Geburtshilfe und akuter Kinderversorgung sind fast alle Bereiche dort abgedeckt. Wer ärztliche Hilfe benötigt, sich jedoch keine Krankenversorgung leisten kann wird umsonst behandelt, Kinder werden grundsätzlich kostenfrei versorgt. In Sierra Leone werden häufig Aushilfskräfte für die Versorgung und den Betrieb eingestellt, weil ein umfassender Fachkräftemangel herrscht und kaum finanzielle Mittel zur Weiterbildung geschweige denn private Möglichkeiten zur Finanzierung der Ausbildung vorhanden sind.

Ansprechpartner

Projektverantwortlicher

Nikolas von Kameke

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Unser Engagement am Magbenteh Community Hospital, Makeni, Sierra Leone