Klinikpartnerschaften

Verbesserung der Versogung von Mutter und Kind während der Geburt

EASST-O – Emergency Assessment Simulation and Skills Training in Obstetrics

Weltweit sterben jedes Jahr rund 4,5 Millionen Mütter und Babys während der Schwangerschaft, der Geburt oder in den ersten Wochen danach. Dazu zählen etwa 2,3 Millionen verstorbene Neugeborene, 1,9 Millionen Totgeburten sowie rund 290.000 Mütter, die infolge von Schwangerschaft oder Geburt versterben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Müttersterblichkeit als den Tod einer Frau während der Schwangerschaft, der Geburt oder innerhalb von 42 Tagen nach deren Ende.

Besonders dramatisch ist die Situation in Sierra Leone: Mit 717 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten weist das Land eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten in Afrika auf. Zu den häufigsten Ursachen zählen fehlende oder unzureichende medizinische Versorgung während der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbetts, postpartale Blutungen, Infektionen, unsichere Schwangerschaftsabbrüche, hypertensive Schwangerschaftserkrankungen sowie weitere geburtshilfliche Komplikationen.

Diese Zahlen sind erschreckend – doch es gibt Grund zur Hoffnung: Die überwiegende Mehrheit der mütterlichen Todesfälle ist vermeidbar.

Ziel des Projekts

Seit Oktober 2025 arbeitet das Projekt EASST-O daran, medizinisches Personal des Magbenteh Community Hospitals in Sierra Leone gezielt auf geburtshilfliche Notfälle vorzubereiten. Durch strukturierte Simulationstrainings lernen die Teilnehmenden, Notfallsituationen frühzeitig zu erkennen, angemessen zu behandeln und im besten Fall ganz zu vermeiden.

Das Projekt ist inspiriert vom erfolgreichen pädiatrischen Trainingsprogramm ETAT+ (Emergency Triage Assessment and Treatment), das seit 2019 vor Ort durchgeführt wird. Auf Wunsch des lokalen Personals wurde dieses bewährte Konzept auf die Geburtshilfe übertragen.

Durchführung und Trainingsansatz

Zweimal jährlich findet ein fünftägiges Training statt, das von einem siebenköpfigen Team aus qualifizierten Hebammen und Ärzt:innen aus Deutschland und den Niederlanden durchgeführt wird. Die Trainings kombinieren theoretische Grundlagen mit einem starken Fokus auf praxisnahe Simulationen.

Simulationstrainings bieten entscheidende Vorteile:

  • Realitätsnahe Darstellung geburtshilflicher Notfälle
  • Wiederholbares Üben bis zur Entwicklung sicherer Routinen
  • Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit
  • Abbau von Angst vor realen Notfallsituationen
  • Stärkung von Handlungssicherheit und Vertrauen
  • Training klarer und effektiver Kommunikation
  • Lernen in einem geschützten Rahmen, in dem Fehler erlaubt sind

Der Erfolg ist unumstritten: Regelmäßiges Training rettet Leben!

Langfristige Perspektive

Langfristiges Ziel von EASST-O ist es, lokales medizinisches Personal mit besonderem Engagement für die Versorgung von Müttern und Neugeborenen zu Trainer*innen auszubilden. So soll ein dauerhaftes, regelmäßiges Trainingsangebot im Klinikum etabliert werden. Auch Fachkräfte aus umliegenden Krankenhäusern werden einbezogen, um Wissen möglichst breit zu streuen und die regionale Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern.

Förderung und Partnerschaft

Das Projekt wird seit Oktober 2025 durch das Förderprogramm „Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“ unterstützt
(www.klinikpartnerschaften.de). Das Programm wurde 2016 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) ins Leben gerufen und wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt. Ziel ist es, durch internationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch starke Partnerschaften aufzubauen und die Qualität der Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern. Das EASST-O ist nicht das erste L’appel-Projekt, das von den Klinikpartnerschaften finanziert wird. Unser PEAST-Projekt wurde auch von den Klinikpartnerschaften unterstützt.

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Jede noch so große Spende zählt und hilft, unsere Trainings vor Ort zu verbessern oder Medikamente für Mütter und Kinder zu beschaffen.

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