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Sierra Leone: Bye-bye Ebola

Die Republik Sierra Leone ist ein kleiner Staat mit rund 6 Millionen Einwohnern, der an der Westküste Afrikas zwischen Guinea und Liberia liegt. Von 1991 bis 2002 zwang ein Bürgerkrieg Sierra Leone in die Knie. Er galt als einer der gewalttätigsten postkolonialen Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent. Als das Land sich langsam von dem Grauen zu erholen begann, kam Ebola.

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Bürgerkriegs waren und sind katastrophal: 90% der Kriegsopfer waren Zivilisten und viele unfreiwillige Kindersoldaten wurden nachhaltig traumatisiert. 60% der Bevölkerung flüchtete innerhalb des Landes oder in die Nachbarstaaten. Die wirtschaftliche und staatliche Infrastruktur war weitestgehend zerstört, die Strom- und Wasserversorgung unzureichend, Schulen und Krankenhäuser stellten bestenfalls eine Notversorgung sicher. Auch mehr als ein Jahrzehnt nach Beendigung des Bürgerkrieges steht das Land immer noch vor politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die seine Stabilität massiv beeinträchtigen.

Die Ebola-Krise: über-, aber nicht ausgestanden

Einen herben Rückschlag erlitt das Land durch die Ebola-Epidemie 2014/15. Die Krise verschlimmerte  das Ausmaß der humanitären Notlage in den betroffenen westafrikanischen Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea dramatisch. Insgesamt erkrankten in der Region mehr als 28.000 Menschen, mehr als 11.000 starben.

Ein Land in Isolation

Um die Ausbreitung des Ebola Virus zu verhindern, wurden im Land Grenzen erbaut und Außengrenzen über mehrere Monate hinweg geschlossen, Reisen und Transport wurden stark eingeschränkt. Durch die Krise kamen sowohl die Binnen- als auch Außenwirtschaft zum Erliegen. Schulen, Märkte und Krankenhäuser wurden geschlossen. Das Land ging für knapp zwei Jahre in die Isolation. Selbst die ohnehin unzureichende medizinische Grundversorgung konnte nicht mehr sichergestellt werden. Die Schwere der Krise schlägt sich aber vor allem in der Anzahl derer nieder, die an heilbaren Krankheiten wie Malaria, Typhus und Tuberkulose starben. Aufgrund der Quarantänemaßnahmen konnten die Ernten oft nicht eingeholt werden und Flächen wurden nicht neu bestellt. Große Teile der Binnenwirtschaft und der Import- und Exporthandel kamen vollkommen zum Erliegen. Zahlreiche Menschen verloren nicht nur Freunde oder Familienmitglieder, sondern auch Arbeit und Lebensgrundlage.

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Bye-bye Ebola

Am 17. März 2016 wurde Sierra Leone zum dritten Mal von der Weltgesundheitsorganisation für Ebola-frei erklärt. Erstmals hatte Sierra Leone am 7. November 2015 und zum zweiten mal am 14. Januar 2016 die nötige 42-tägige Zeitspanne ohne Neuinfizierungen überstanden. Jedoch wurden vereinzelt immer wieder Todesfälle infolge von Ebola vermeldet. In Sierra Leone gilt die Krise nun als überstanden. Doch in der Gesellschaft und im Alltag hat das Virus Spuren hinterlassen.

L'appel hat im November 2015 ein Video über die Eindrücke aus dem Land nach der Ebola Epidemie gedreht.

Sierra Leone im Human Development Index

Infolge der langjährigen und schwerwiegenden Krisen im Land, konnte in den letzten Jahrzehnten kaum ein Entwicklungsfortschritt erzielt werden. Das Land ist hoch verschuldet, vollständig abhängig von externen Geldgebern und zählt nach wie vor zu einem der niedrigsten entwickelten Länder der Welt. Es belegte im Human Development Index 2015 Platz 181 von 188. Über 55% der Bevölkerung lebt sogar in „extremer Armut“, d.h. von weniger als $1,25 am Tag. Die Lebenserwartung bei der Geburt beträgt gerade einmal knapp 51 Jahre – das sind 30 Jahre weniger als in Deutschland. Fast 161 von 1000 Kindern sterben noch vor Vollendung ihres 5. Lebensjahrs. Nur 44% der über 15-Jährigen sind des Lesens und Schreibens mächtig – eine der niedrigsten Alphabetisierungsraten weltweit – und gerade einmal 15% der über 25-Jährigen verfügen über eine Form der sekundären Bildung.

Mona Lisa von Sierra Leone

Ihr könnt sie auch am Anfang der Seite im Hintergrund des Familienfotos finden. Wir trafen die Familie in der Gemeinde, in der unsere Boarding School steht. Ihr Blick und ihre Haltung haben uns zutiefst beeindruckt und sind für uns zum Abbild der sierra-leonischen Geschichte und Kultur geworden. Der freie Journalist Alexander Davydov begleitete uns auf einigen Reisen und hielt diesen Moment im Sommer 2015 fest.

Wie L’appel nach Sierra Leone kam…

Das Engagement von L’appel in Sierra Leone geht auf die Initiative dreier Mitglieder des Vereins zurück, Nicolas Aschoff, Till Eckert und Simon Scheiblhuber, die sich 2014 für ein Praktikum während des Medizinstudiums im Land aufhielten. Sie wurden genau wie die restliche Bevölkerung von der Ebola-Epidemie überrascht. Während das meiste medizinische internationale Fachpersonal das Land verließ, blieben die drei Studenten vor Ort und unterstützen die lokalen Krankenhausmitarbeiter dabei, sich für eintreffende Ebola-Patienten zu wappnen und eine funktionierende Isolationsstation in Betrieb zu nehmen.

… und wie es weiter ging:

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Ansprechpartner

Landesdirektor

Nicolas Aschoff

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